Kräutervielfalt aus Kreta...Ein Hochgeschätzer Bestandteil einer gesunden Mittelmeer-Diät.
Majoran (Origanum majorana), Familie der Lippenblütler (Labiatae)
Majoran ist eine populäre Pflanze, die man fast überall, in Blumentöpfen, Balkonen und Gärten sieht. Ursprünglich stammt Majoran aus Kleinasien und Zypern. Aufgrund seines angenehmen Geschmacks und Aromas verwendet man ihn allein oder in Mischungen als Aufgussgetränk oder Gewürz. Er hat antimikrobielle und krampflösende Eigenschaften und hilft bei Kopfschmerzen und Neuralgien. Sein ätherisches Öl wird in der Getränke- und Parfumherstellung verwendet. Als Gewürz wird er wie Oregano oder Thymian gehandhabt. Er verleiht Suppen, Salaten und Fleisch Aroma und Geschmack.
Kleinblättriger Oregano (Origanum microphyllum)
Kleinblättriger Oregano (Origanum microphyllum), Familie der Lippenblütler (Labiatae)
Über den kleinblättrigen Oregano ist keine Literatur vorhanden. Gewöhnlich wird er aufgrund seines angenehmen Duftes zur Geschmacks- und Aromaverfeinerung in Teemischungen verwendet. Man glaubt, dass er bei Erkältungen und Halsschmerzen hilft. Er ist auf Kreta beheimatet und wächst auf den Weißen Bergen (Levka Ori) und dem Dikti Gebirge. Im Aroma und in der Verwendung ähnelt er dem Majoran.
Basilikum (Ocimum basilicum)
Basilikum (Ocimum basilicum), Familie der Lippenblütler (Labiatae)
Es handelt sich um eine mit der Pfefferminze verwandte Pflanze, die aus Indien und Indonesien stammt. Alexander der Große hat sie erstmals nach Europa gebracht. In Griechenland gilt es als populärste Pflanze. Es wird als Heilkraut und als Gewürzpflanze verwendet. Sein Hauptbestandteil ist Estragol. Es besitzt antispasmodische Eigenschaften und lindert Migräneanfälle. Weiterhin ist es wirksam bei Erkältungen und gegen Kopfschmerzen und wird als ausgezeichnetes milchtreibendes Mittel für stillende Mütter gehalten. Es fördert die Verdauung und hat ein angenehmes Aroma und Geschmack.
Als Gewürz wird es genau wie die Krauseminze verwendet. Es bildet den Hauptbestandteil des italienischen Pesto.
Kultivierte Artischocke (Cynara scolymus)
Kultivierte Artischocke (Cynara scolymus), Familie der Korbblütengewächse (Compositae)
Die Artischocke zählt zu den Pflanzen mit der stärksten antikarzinogenen Wirkung. Sie enthält hauptsächlich Cynarin und Tannin. Sie ist harntreibend, cholesterin- und blutzuckersenkend, wirkt gegen Arteriosklerose und ist galletreibend in Fällen von Leberinsuffienz und Gelbsucht. Sie findet Anwendung bei chronischer Leukurie und postoperativer Anämie sowie bei der Behandlung gewisser dermatologischer Erkrankungen.
Anmerkung: Es gibt auch wilde Artischocken (Cynara cardunculus), die ähnliche Eigenschaften haben.
Dill (Anethum graveolens)
Dill (Anethum graveolens), Familie der Doldengewächse (Umbelliferae)
Dill wird als Küchengewürz verwendet. Für Sportler ist er ein hilfreiches Muskeltonikum. Er wirkt krampflösend und hilft bei Verdauungsbeschwerden und Koliken. Dill gilt als tonisches Antispasmodikum und bekämpft die Fettleibigkeit. Nach Dioskurides wurden in der Antike aus dessen Blüten Duftstoffe hergestellt und mit den Samen Weine aromatisiert (Dillwein).
Beifuß, Wermut (Artemisia sp.)
Beifuß, Wermut (Artemisia sp.), Familie der Korbblütengewächse (Compositae)
Es gibt sehr viele Arten des Beifußes. Die Art Artemisia dracunculus zählt zu den besten Gewürzen (auf Französisch bekannt als Estragon und auf Englisch als Tarragon), wird jedoch nicht als Heilpflanze benutzt. Sie wirkt appetitanregend und verdauungsfördernd.
Anis (Pimpinella anisum)
Anis (Pimpinella anisum), Familie der Doldengewächse (Umbelliferae)
Hauptkomponente seines ätherischen Öls ist Anethol und in geringen Mengen Estragol. Das ätherische Öl hat harn- und milchtreibende Eigenschaften, wirkt auswurffördernd, spasmolytisch und bei Katarrhen der Atemwege. Wahrscheinlich liegt in der Tatsache, dass es außerdem Östrogene enthält, begründet, dass man es in der Antike als Afrodisiakum und als Kopfschmerzmittel einsetzte („Antrieb zum Beischlaf“ Dioskurides 3.56). Es wird zur Produktion der alkoholhaltigen Getränke „Ouzo“ (Griechenland) und „Anisette“ (Frankreich) u.a. verwendet.
Es zählt zu den Bestandteilen des Gewürzes Curry. In Byzanz wurde es zur Herstellung des „Anisweins“ verwendet, den man als Mittel gegen die Dysurie einsetzte. In West-Kreta verwendet man es heute als Aromastoff bei der Zwiebackherstellung. Der Pflanzenteil des Anis, der verarbeitet wird, sind die Samen, aus denen ätherisches Öl und Tinktur gewonnen wird. Der Aufguss aus Anissamen gilt als wirksames Mittel gegen Katarrhe der Atemwege. Anis steht in keiner Verbindung zu dem Sternanis, einem Strauch, der in Japan kultiviert wird.
Lorbeerbaum (Laurus nobili)
Lorbeerbaum (Laurus nobilis), Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae)
Es handelt sich hierbei um eine Pflanze, die seit der Antike als Gewürzpflanze, Heilpflanze und Symbol des Ruhmes verwendet wird. Hippokrates empfohl sie als Klistier (Einlauf) für die Gebärmutter zur schnelleren Geburt. Hauptkomponente ist Cineol. In der modernen Heilkunde wird sie in Salbenform als Antirheumatikum verwendet. Sie fördert die Verdauung und hilft gegen Asthma.
Sie wird äußerlich angewendet bei Tumoren, Hämatomen und atonischen Geschwüren. Sie gilt als Bekämpfungsmittel für Kopfläuse und fördert den Haarwuchs. Ihr ätherisches Öl wird in der Parfum- und Seifenherstellung verwendet. Der Absud der Lorbeerblätter vertreibt die Insekten von gelagerten Feigen, Pflaumen und Rosinen. Lorbeerblätter werden als Gewürze für viele Gerichte, wie z.Bsp. Stifado (Fleisch mit Zwiebeln in Tomatensoße gekocht), Linsensuppe oder Tintenschnecken benutzt).
Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
Beschreibung: Rosmarin (Rosmarinus officinalis), Familie der Lippenblütler (Labiatae)
Rosmarin ist nicht nur ein Küchengewürz, sondern eine wundertätige Heilpflanze, wobei man ihn jedoch behutsam verwenden muss, da der Missbrauch dieser Pflanze zu Vergiftungen führt, die auch tödlich ausgehen können. Seine Hauptbestandteile sind u.a. Borneol und Cineol. Er hat spasmolytische und galletreibende Wirkung, hilft bei Katarrhen der Atemwege, ist menstruationsfördernd und wirkt gegen Apththen, wenn man ihn als Mundspülung einsetzt. Weiterhin verschafft er Milderung bei Hämorrhoiden.
Extern wird er in Form von Breiumschlägen gegen Rheumabeschwerden, Verstauchungen, Kontusionen, Prellungen und Ekzemen eingesetzt. Kombiniert mit anderen Heilpflanzen wirkt er gegen Schuppen und kräftigend für das Haar. Zu diesem Gebrauch wird er mit Lindenblüte, Kamille, Brennessel, Sellerie und Lorbeer kombiniert. Er wird auch als Mittel gegen Uratgicht, Husten, Asthma und nervös bedingte Tachykardie eingesetzt.
Krauseminze (Mentha spicata)
Krauseminze (Mentha spicata), Familie der Lippenblütler (Labiatae)
Die Krauseminze ist bereits aus der Antike bekannt. Dioskurides empfahl sie gegen starke Kopfschmerzen. Ihr Hauptbestandteil ist Menthol. Sie wirkt schnell cholesterinsenkend und gegen Hauterkrankungen. Sie hat desinfizierende Eigenschaften und in Kombination mit Anis wirkt sie gegen Koliken, Krämpfe und Erschöpfungszustände. Als Breiumschlag wird sie örtlich bei Arthritis oder Rheuma auf die betreffenden Körperstellen angewendet. In vielen ihrer Eigenschaften ähnelt sie der Pfefferminze (M.piperita). Sie ist außerdem ein hervorragendes Gewürz für Suppen, sowie für viele traditionelle Gerichte, wie z.B. Dolmadakia (gefüllte Weinblätter), Kalitsunia (Käse-Zimttaschen) oder Misithropites (Pasteten mit Misithra-Käse).
Anmerkung: Wenn ihre Blätter trocken aufbewahrt werden (Blattdroge), dürfen sie erst kurz vor ihrer Verwendung zerrieben werden, da sonst ein Teil ihres ätherischen Öls verfliegt.
Eukalyptus (Eucalyptus sp.)
Beschreibung: Eukalyptus, Gum tree (engl.), (Eucalyptus sp.), Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae)
Eukalyptusbäume sind Bäume der australischen Flora, die in das Mittelmeergebiet eingeführt wurden und dort kultiviert werden. Ausser ihrem Holz ist für sie auch die heilende Wirkung der Blätter bezeichnend. Sie enthalten Flavonoide, sowie ein duftendes ätherisches Öl mit verschiedenen Bestandteilen. Dies wirkt antiseptisch und spasmolytisch bei Bronchitis, Husten, Asthma und hilft bei Zahnfleischentzündungen. Es ist außerdem ein Insektenabwehrmittel. Trinkt man Eukalyptus als Tee oder inhaliert man ihn von einem damit angefeuchteten Tuch, wirkt er beruhigend und erfrischend auf den Atem.
Der übermäßige Gebrauch von Eukalyptus hat auf manche Menschen toxische Einwirkungen.
Thymianblättriges Bohnenkraut (Satureija thymbra)
Thymianblättriges Bohnenkraut (Satureija thymbra), Familie der Lippenblütler (Labiatae)
Das ätherische Öl enthält hauptsächlich Carvacrol und Thymol. Diesen Verbindungen ist seine bakterizide Wirkung zuzuschreiben. Angewendet wird es bei Halsschmerzen und Darmproblemen. Es gilt als Aphrodisiakum. Wie auch der Oregano, stellt es ein ausgezeichnetes Gewürz für Salate, Omelette und Suppen dar, denen es ein leichtes und angenehmes Aroma schenkt. In der Antike aromatisierte man mit diesem Gewürz den Wein. Diese Tradition wird noch heute in gewissen Gegenden Griechenlands fortgesetzt.
Zitronenverbene, (Aloysia triphylla, Lippia citriodora)
Zitronenverbene (Aloysia triphylla, Lippia citriodora), Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae)
Es handelt sich um einen kultivierbaren Busch, der ursprünglich aus Südamerika stammt. Er wird hierzulande als Zierpflanze, Duftpflanze und Heilpflanze kultiviert. Der aus den Blättern zubereitete Absud hat ein leichtes Zitronenaroma. Man verwendet ihn gegen Durchfall und Fieber, außerdem wirkt er stärkend, erfrischend, harntreibend und beruhigend. Mischungen verleiht die Zitronenverbene Aroma und verbessert den Geschmack. Der Mißbrauch kann Probleme auslösen. Als Gewürz verfeinert sie Fleisch, Fisch und Suppen. Man verwendet sie auch in der Konditorei und der Getränkeproduktion.
Gelbwurz, Kurkuma (Curcuma sp.)
Beschreibung: Gelbwurz, Kurkuma (Curcuma sp.), Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae)
Safran des Indes (franz.), tumeric (engl.)
Es handelt sich um Pflanzen tropischer Gebiete, die wegen ihrer Rhizome kultiviert werden, welche als Medizin und Gewürze verwendet werden. Das ätherische Öl der Wurzelstöcke enthält hauptsächlich einen gelben Farbstoff, das Curcumin sowie Turmeron. Die Pflanzen, von denen Kurkuma gewonnen wird, gehören zu den Arten Curcuma longo und Curcuma xanthorrhiza. Als Heilpflanze engiftet sie die Leber, wirkt als Antihistaminikum, entzündungshemmd, beruhigend und harntreibend. Äußerlich angewandt lindert sie Knochenschmerzen.
Sie gilt als ein sehr gutes Gewürz. Die Engländer bezeichnen es als „Gewürz des Lebens“. Zusammen mit anderen Aromastoffen ist es in der bekannten und beliebten Gewürzmischung „Curry“ enthalten.
Bergtee (Sideritis sp.)
Bergtee (Sideritis sp.), Familie der Lippenblütler (Labiatae)
Es gibt zahlreiche Arten des Bergtees. In jedem geographischen Abschnitt Griechenlands trifft man eine oder zwei verschiedene Arten an, von denen jede endemisch in der jeweiligen Gegend ist. Sie haben alle ein ähnliches Aroma, jedoch sind sie im Geschmack und ihrer chemischen Zusammensetzung verschieden.
Einer der besten Bergtees Griechenlands ist der kretische (S.syriaca), welcher auf dem Psiloritis und auf den Weissen Bergen (Levka Ori) wächst. Er ist ein beliebtes Aufgussgetränk der Westkreter. Es wird ihm eine starke antimikrobielle Wirkung zugeschrieben und er gilt als ausgezeichnetes Mittel gegen Erkrankungen der Atem- und Harnwege. Er wirkt gegen Erkältungen und Halsschmerzen. Bei Analysen des ätherischen Öls von 5 verschiedener Arten, die an der Universität von Athen durchgeführt wurden (Aligiannis et.al), fanden sich 70-90 verschiedene chemische Verbindungen, sowie krasse Unterschiede im Hinblick auf ihre antimikrobielle Wirkung. Der kretische Bergtee (Malotira) stellte sich als derjenige mit der stärksten antimikrobiellen Wirkung heraus. Dies ist auf seinen hohen Anteil an Carvacrol zurückzuführen (34%).
Kamille (Matricaria recutita)
Kamille (Matricaria recutita), Familie der Lippenblütler (Labiatae)
Kamille ist aus der Antike und dem Alten Ägypten für seine Heilwirkung bekannt. Sie ist weltweit in den Apotheken einer der bedeutendsten Bestandteile von Galenika. Verwendet werden die Blütenköpfe, die reichhaltig an verschiedenen Stoffen sind, welche die Vielzahl der Wirkungen ausmachen. Im ätherischen Öl der Kamille ist hauptsächlich Chamazulen enthalten, ein Stoff der für die antiphlogistische und entzündungshemmende Wirkung verantwortlich ist. Kamille ist außerdem krampflösend, nervenberuhigend, wirksam gegen Katarrhe der Atemwege und gilt als Antiallergikum. Sie eignet sich hervorragend bei spastischer Kolitis sowie zur Heilung von Geschwüren des Magens und der Mundhöhle. Sie wirkt gegen Verstopfung und Konjunktivitis (Bindehautentzündung des Auges). Als Aufguß ist sie ist der erste Tee, den man Neugeborenen zur Säuberung und Regulierung des Verdauungssystems verabreicht. Kamille wird in zahlreichen Kosmetika für Haut und Haare verwendet.
Olivenbaumblätter (Olea europa)
Olivenbaumblätter (Olea europae), Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae)
Der Olivenbaum dient außer seinem Hauptprodukt, dem Öl auch mit seinen Blättern und den grünen Oliven, die in der Volksmedizin eingesetzt werden. Hauptbestandteil ist ein bitteres Glukosid, das Oleuropein. Es wirkt hervorragend gegen Bluthochdruck, senkt das Cholesterin und trägt zur Minderung des Krebsmarkers der Prostata bei.Weiterhin ist es ein wirksames harntreibendes Mittel. Die Blätter enthalten zahlreiche Antioxidantien, die bei der Herstellung des Aufgußes erhalten bleiben. Man gibt hierzu kleingehackte Blätter in kochendes Wasser, dessen Temperatur nicht höher als 85 C betragen darf. Der Aufguß erhöht die körpereigene Abwehr und stellt eines der besten Antibiotika dar, das sogar gegen Viruserkrankungen wirksam ist. Nach dem Arzt M. Walker (1996) lassen sich über 100 Infektionen wirksam bekämpfen.
Große Exporte von Olivenblättern hat die Insel Kreta begonnen. Über die Wirkung der Blattdroge der Olive sind weltweit sehr viele Studien durchgeführt worden, von denen viele noch nicht abgeschlossen sind. Ergebnisse, die bereits bekannt gegeben wurden, sind äusserst positiv und es sind nicht wenige, die die Meinung verteten, dass die Blätter und die Olivenbaumprodukte zukünftig ein Allheilmittel darstellen werden.
Grüne Roßminze (Mentha pulegium)
Grüne Roßminze (Mentha pulegium), Familie der Lippenblütler (Labiatae)
Sie ist eine der im Mittelmeergebiet vorkommenden Minzearten und hat ein starkes und bezeichnendes Aroma. In ihrer Anwendung und ihren Eigenschaften ähnelt sie der Pfefferminze, wobei sie zusätzlich beeindruckende Resultate bei Magenproblemen erwirkt. Ihre Hauptkomponente ist Menthol. Sie gilt als ausgezeichneter Bestandteil von Kräutermischungen, denen sie Aroma und Geschmack verleiht. Übermäßiger und häufiger Gebrauch führt aufgrund einer ihrer Komponenten, dem „Pulegon“, zu Problemen der Leber. Schwangere und stillende Mütter sollten sie vermeiden.
Griechischer oder dreilappiger Salbei (Salvia fruticosa)
Griechischer oder dreilappiger Salbei (Salvia fruticosa), Familie der Lippenblütler (Labiatae)
Er stellt die wichtigste Heilpflanze bzw. den bedeutendsten Tee der Einwohner Westkretas dar. Seit der Antike ist er im gesamten Mittelmeergebiet bekannt. Hauptkomponenten seines ätherischen Öls sind, nach ihren Anteilen geordnet, Cineol, Pinen, Thujon, Caryophyllen, a-Pinen und Kampfer. Der Name der Pflanze stammt von dem lateinischen Wort salvare, das „retten“ bedeutet und uns auf seine Eigenschaften schließen läßt. Er wirkt antiseptisch, schweißhemmend, insektenabwehrend und spasmolytisch. Er hilft bei Halsschmerzen, Zahnfleischentzündungen, Kopfschmerzen, Migräne, Durchfall und Haarausfall. Er verschafft Milderung für das Atemsystem bei Erkältung und stärkt die Immunabwehr des Organismus. Im Winter trinkt man ihn heiß zum Aufwärmen und im Sommer kalt.
Als Gewürz verwendet man ihn für Fleisch, Fisch und zur Aromatisierung von Olivenöl.
Kürzlich zeigten Forschungen an den Universitäten von Southampton und New Castle, dass er gedächnisstärkend wirkt und die Wachsamkeit erhöht, da er Stoffe enthält, die diejenigen Gehirnfunktionen beeinflussen, welche von dem Neurotransmitter (Überträgersubstanz) Acetylcholin abhängig sind. Der Gebrauch des dreilappigen Salbeis sollte in Maßen geschehen, da er aufgrund seines Gehalts an Thujon und Kampfer schädigend für Schwangere und Epileptiker sein kann.
Lavendel (Lavandula angustifolia)
Lavendel (Lavandula angustifolia), Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae)
Es gibt sehr viele Arten des Lavendels, wobei die Lavandula angustifolia schon seit der Römischen Epoche als die bedeutendste gilt. Das ätherische Öl des Lavendels zählt zu den duftreichsten. Es enthält u.a.Tannin, Coumarin und Flavonoide. Lavendel hat spasmolytische, harntreibende und nervenstärkende Eigenschaften und wirkt schmerzlindernd bei Kopfschmerzen, Migräne und Koliken. In Form von Aufguß mindert er den Mundgeruch. Er verleiht dem Badewasser angenehmen Duft und wirkt entspannend. Man verwendet ihn auch in Kleiderschränken als Mottenschutzmittel.
Sein ätherisches Öl wird auch in Sonnenölen benutzt. Schwangere sollten Lavendel vermeiden, da er Einwirkungen auf die Gebärmutter hat.
Lindenblüte, Winterlinde (Tilia sp.)
Lindenblüte, Winterlinde (Tilia sp.), Familie der Lindengewächse (Tiliaceae)
Die Lindenblüte, die als Heilpflanze verwendet wird, stammt hauptsächlich von den Arten Tilia cordata, Tilia platyphyllos und einer Hybride aus der Kreuzung der zuvor genannten (Tilia vulgaris). Alle besitzen ähnliche Eigenschaften, die nachstehend aufgeführt werden. Abgesehen von ihrem Zweck als Heilpflanze dient die Lindenblüte auch als wunderschöner Zierbaum mit wohlduftenden Blüten. Verwendbare Pflanzenteile sind Rinde, Blätter, Holz und hauptsächlich die Blüten zusammen mit dem Deckblatt. Der Tee der Blüten hat ein angenehmes Aroma, für das der Stoff Farnesol verantwortlich ist. Die Blüten enthalten hauptsächlich Glykoside und Tannin, die Rinde hingegen Coumarin und Phenole. Die Blüten haben krampflösende, beruhigende und harntreibende Eigenschaften. Die Lindenblüte unterstützt die Blutzirkulation und hilft Menschen, die an rheumatischen Erkrankungen und Uratgicht leiden. Sie wirkt schweisstreibend und trägt zur Entschlackung bei. Der Aufguss aus Rinde, Blättern und Holz eignet sich zur äusseren Anwendung bei Verbrennungen. Er ist einer der idealsten Tees zur Abendzeit, da er entspannend auf die Nerven wirkt und wohltuend für das Blutgefäßsystem ist.
Aufgrund der Luftverschmutzung sollte Lindenblüte von den Bäumen gesammelt werden, die sich in den Bergen befinden und nicht von den Bäumen in der Stadt.
Fenchel (Foeniculum vulgare)
Fenchel (Foeniculum vulgare), Familie der Doldengewächse (Umbelliferae)
Es gibt zwei Unterarten und mehrere Varietäten. Nachstehend wird die Unterart piperitum aufgeführt, die aus der Zeit der Alten Ägypter und Griechen bekannt ist. Hauptkomponenten des ätherischen Öls sind Anethol und Fenchon.
Die Pflanze findet viele Verwendungen. Als Gemüse verwendet man ihn in Kombination mit anderem Wildblattgemüse und Gemüse wie z.B. Lauch. Für die traditionellen Wildblattpasteten ist er eine Zutat, die nicht fehlen darf. Er paßt geschmacklich ebenfalls gut zu Tintenfisch, Tintenschnecken und Fleisch. Mit einer Mischung aus Fenchelsamen und Kritamo werden Oliven, die zum Verzehr (nicht zur Ölverarbeitung) vorgesehen sind, aromatisiert und haltbar gemacht. Die Samen, die einen hohen Anteil an ätherischen Ölen aufweisen (5-10%) haben krampflösende und antimikrobielle Eigenschaften und wirken verdauungsfördernd und harntreibend. Sie wirken hilfreich gegen Magendarmkatarrh, bei Augenkrankheiten und gegen Sodbrennen. Seine Anwendung wird mit Vorsicht empfohlen, da der Missbrauch des ätherischen Öls zu Problemen der Leber führt.
Löwenzahn (Taraxacum sp.)
Löwenzahn (Taraxacum sp.), Familie der Korbblütengewächse (Compositae)
Er enthält Mineralstoffe, eine Vielzahl von Vitaminen, Caroteinoide, Terpene und andere Verbindungen. Als galle- und harntreibendes Mittel hilft er bei Gallensteinkrankheiten. Er unterstützt die Funktion und Entgiftung der Leber. Außerdem wirkt er anregend auf das Verdauungssystem. Äußerlich angewandt hilft er bei der Therapie von Hautgeschwüren und –abszessen.
Knoblauch (Allium sativum)
Knoblauch (Allium sativum), Familie der Lauchgewächse (Liliaceae)
Knoblauch wird als Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze verwendet. Fast alle Gerichte können mit Knoblauch angereichert werden, welcher ihnen je nach Zubereitungsart einen besonderen Geschmack verleiht. Er enthält verschiedene Stoffe (Heteroside, Vitamine u.s.w.). Als Heilpflanze hat er antibiotische und antithrombotische Eigenschaften, senkt den Blutzucker und den Bluthochdruck. Weiterhin hilft er bei Katarrhen der Atemwege und gilt als Wurmbekämpfungsmittel, wirkt als Spasmolyticum, ist wohltuend für den Magen, hält die Darmflora im Gleichgewicht und ist cholesterinsenkend. Das einzige mögliche Problem stellt sein Geruch dar, der sich jedoch mindern läßt, indem man Petersilie oder Krauseminze kaut oder Kaffee trinkt.
Sellerie (Apium graveolens)
Sellerie (Apium graveolens), Familie der Doldengewächse (Umbelliferae)
Sellerie ist weltweit eine der bekanntesten Pflanzen. Er wird seit der Antike verwendet. Erwähnt wird er in Linearschrift B auf den Tontafeln, bei Homer, Theophrast und bei Dioskurides. Es handelt sich um ein ausgezeichnetes Gemüse, reich an Mineralstoffen und Antioxidantien (Flavonoide). Er passt sehr gut zu Fisch und Fleisch und verleiht Suppen einen angenehmen Geschmack. Als Heilpflanze werden die Samen verwendet und zwar bei Problemen der Blase, der Nieren sowie bei Rheuma und Arthropathien. In Byzanz stellte man zur Therapie von urologischen Erkrankungen den sogenannten Sellerie-Wein her, der auch gegen Mundgeruch hilft. Viele Nordvölker verwenden den Selleriesamen anstelle von Pfeffer.
Oregano, Dost, (Origanum vulgare)
Oregano, Dost (Origanum vulgare), Familie der Lippenblütler (Labiatae)
In Griechenland stammt der Oregano von zwei verschiedenen Pflanzen: dem Origanum vulgare und dem Origanum onites. Sie werden in gleicher Form verwendet und ihr ätherisches Öl hat ungefähr die gleiche Zusammensetzung. Im Handel wird ersterer bevorzugt, da er als Gewürz feinkörniger ist. Er stellt das populärste Gewürz dar und wird sehr häufig verwendet. Er verleiht Grillfleisch, aber u.a. auch Salaten, gebackenen Kartoffeln, Suppen und Omeletts einen besonderen Geschmack.
Einige Wissenschaftler behaupten, dass durch das Bestreichen von Koteletts mit Oregano in Verbindung mit Zitrone, bis zu einem gewissen Grad toxische Stoffe neutralisiert werden, die während des Grillvorgangs entstehen. Dies gilt besonders bei gut durchgegrillten oder leicht angebrannten Teilen des Fleisches.
Hauptkomponenten des ätherischen Öls sind Phenole, Carvacrol und Thymol. Er hat stark bakterizide Eigenschaften und wirkt in hohem Maße antioxidativ. Außerdem wirkt er gegen Katarrhe der Atemwege, ist krampflösend, schweißtreibend und hustenstillend und beruhigt das respiratorische System. Er hilft weiterhin bei Zahnschmerzen und Koliken.
Pfefferminze (Mentha piperita)
Pfefferminze (Mentha piperita), Familie der Lippenblütler (Labiatae)
Als Aufgußgetränk ist sie aromatisch und wirkt erfrischend. Sie hilft bei Katarrhen der Atemwege, hat spasmolytische, belebende und bei hoher Dosierung aphrodisische Wirkung. Weiterhin hilft sie bei: Nervosität, Schlaflosigkeit, Schwindelanfällen, Migräne, Husten, Schwäche des Verdauungssystems. Sie ist galletreibend und unterstützt die Leberfunktion. Pfefferminze verschafft Milderung bei Husten und Schnupfen. Stillende Mütter dürfen Pfefferminze nicht verwenden, da sie die Milchproduktion stoppt.
Brennessel (Urtica sp.)
Beschreibung: Brennessel (Urtica sp.), Familie der Brennesselgewächse (Urticaceae)
Sie enthält Ameisensäure in den an Blättern und Stengel befindlichen Brennhaaren und verursacht das bekannte Brennen beim Berühren der Pflanze. Sie enthält darüberhinaus reichliche Mineralstoffe, Vitamine und Glukokinin. Sie besitzt harntreibende und blutstillende Eigenschaften und senkt den Blutzuckerspiegel. Sie wirkt gegen Arthritis. Der Absud aus Brennesseln trägt zur Pflege des Haares bei, da er die Blutzirkulation anregt und somit das Haar kräftigt. Er wirkt außerdem gegen Schuppen.
Als essbare bzw. als Gemüsepflanze gehandhabt, hat sie bedeutenden Nährwert und ist geeignet für Personen, die an Podagra (Uratgicht) leiden, da sie im Gegensatz zu anderem Gemüse keine Säuren enthält.
Thymian aus Kreta
Kopfiger Thymian, Coridothymus capitatus, Familie der Lippenblütler (Labiatae)
In Griechenland wachsen sehr viele Thymianarten, wobei jedoch die am meisten verwendete Art die oben genannte ist, welche in flachländlichen Gegenden der Mittelmeerländer bzw. Mittelmeerinseln anzutreffen ist. Auf Kreta zählt er zu den hauptsächlichen Reisigsorten. Er ist hat aromatische und heilende Eigenschaften und stellt eine ausgezeichnete Nahrung für Bienen dar.
Seine Hauptkomponenten sind Phenole (Carbolsäuren), Thymol und Carvacrol (57-66%). Er enthält außerdem Caryophyllen, Linalool, Borneol und in geringen Mengen Terpineol. Er hat starke antiseptische Eigenschaften. Man verwendet ihn bei Halsschmerzen, Erkältungen, respiratorischen Problemen und Magenbeschwerden. Aufgrund seines Aromas und seinen antimikrobiellen Eigenschaften wird er Salben und Zahnpasten zugefügt. Er wirkt auch gegen Gastritis, Dyspepsie und Diarrhoe.
In der Küche verwendet man ihn genau wie den Oregano oder das thymianblättrige Bohnenkraut. Er dient als Aroma für Olivenöl und stellt ein ausgezeichnetes Gewürz für Salate, Fleisch, Fisch und eingelegtes Gemüse dar. Man kann ihn allein oder gemischt mit anderen Gewürzen verwenden.
Diktamos (Magen- und Darmtee) aus Kreta
Kretischer Diptam, Origanum dictamus, Familie der Lippenblütler (Labiatae)
Diese Pflanze ist nur auf Kreta anzutreffen und ist für ihre heilenden Eigenschaften bereits aus der Antike bekannt. Diptam galt als Allheilmittel für Erkrankungen des Verdauuungssystems, der Gelenke und der Milz. Hippokrates erwähnt ihn als „Geburtshelfer“ für schnelle und einfache Geburten. Für seinen Wert als Heilmittel wird er von 24 Schriftstellern der Antike und von 115 zeitgenössischen Schriftstellern angeführt. Heute wird Diptam als Wundheilmittel bei Magen-und Darmgeschwüren und als Mittel gegen Neuralgien, Kopf- und Halsschmerzen eingesetzt. Er besitzt eine starke antibakterielle Wirkung.
Hauptkomponente seines ätherischen Öls ist Carvacrol. Weiterhin enthält er Thymol, Pulegon sowie zu geringen Anteilen andere Nebenbestandteile. Diese Stoffe besitzen antiseptische und spasmolytische Eigenschaften. In der modernen Wissenschaft wird durch Studien die traditionelle Anwendung dieser Heilpflanze bestätigt.
Die Quelle: CRETA LTD